Horta, Azoren, 31.5. – 6.6.10
In den ersten drei Tagen läuft der neue Heizlüfter beinahe durchgehend. Am Mittwoch, als dann endlich die Sonne scheint, ist die Feuchte allmählich draussen.
Nebst Putzen und Trocknen machen wir auch Ranja bereits wieder startklar für den nächsten Schlag. Wir hoffen, dass mit der neu installierten Rolle das Genuafall weniger durchscheuert.
Hier im Hafen geht es überall geschäftig zu und her. Segel werden ausgerollt, Masten gecheckt, usw. Auf jedem Schiff gibt es Arbeiten zu erledigen. Am Dienstag legt Carlos, der Spanier, dem wir mitten auf dem Atlantik geholfen haben, gerade neben uns an. Wir sind erleichtert, denn wir haben uns um ihn schon ein bisschen Sorgen gemacht. Seine Pechsträhne hat leider angehalten. So ist auch noch eine zweite Wante kaputt gegangen, die Genua hat es ihm zerfetzt und eine Welle hat seine Sprayhood mitgerissen. Der unglückliche Kerl wird für längere Zeit in den Azoren bleiben müssen, um das Schiff wieder flott zu machen.
Segler stellen viele Traditionen auf. Es versteht sich von selbst, dass wir uns auch mit einem Bild auf der Hafenmole verewigen und eine Schweizerfahne ins legendäre Peter’s Sport Café hängen. Die Abende verbringen wir mit alten Bekannten, Silver Bear, Starfire und Cantare. Man hat sich viel zu erzählen und auch zu feiern.
Erst am Freitag sind wir mit der Arbeit einigermassen durch, so dass wir uns ein Auto mieten und die Insel erkunden.
Auf der Insel ist alles grün und die Hortensien beginnen zu blühen. Die milden, aber nicht heissen Temperaturen kommen uns nach den Hitzetagen in der Karibik sehr gelegen. Am liebsten würden wir noch eine Weile auf der Insel bleiben. Aber die Zeit rückt.
Am Samstag decken wir uns mit frischen Lebensmitteln ein. Der Büchesenvorrat muss kaum ergänzt werden. Wir haben in den Bahamas ziemlich zugeschlagen.
Eigentlich wollten wir alle gemeinsam am Sonntag die Heimreise antreten. Doch Silver Bear und Starfire brechen dann wegen der Windprognose schon am Samstagnachmittag auf. Cantare kann sich ihnen nicht anschliessen, weil Caterine erst morgen heimfliegen wird. Wir behalten den Sonntag bei, weil sich für uns die Windverhältnisse nicht verschlechtert haben. Der Weg nach Gibraltar ist um einiges einfacher als nach England. Heute Samstag ist Polaris angekommen, eine Schweizer Yacht, die wir in den Tobago Cays kennengelernt haben.
Bevor wir morgen aufbrechen, sind wir noch zum Zmorge bei ihnen eingeladen. Das geht sich genial aus.
Während diesem Jahr haben wir viele Segler immer wieder getroffen. Die entstandenen Freundschaften prägen unsere Reise. Nun beginnen sich unsere Wege zu trennen. Das drückt ein bisschen auf die Stimmung, lässt sich aber leider nicht vermeiden. Darum freuen wir uns, umso mehr auf euch zu Hause und sind in Gedanken je länger je mehr zurück.