Porquerolles - Port Saint Louis du Rhone
Am Samstag wechselte die Windrichtung und vor allem auch die Windstärke. Ador und Yvonne machten noch einen Tagestörn mit uns mit, unsere Eltern und Angelo, der Töffkurier, blieben zurück.
Bei perfekten Verhältnissen segelten wir zur Insel Porquerolles und wieder zurück um Yvonne und Ador abzuladen. Ranja lief wie geschmiert, 6.7 kn max. Geschwindigkeit. Das hatten wir nicht erwartet, weil sie ziemlich beladen ist. Wir blieben aber nicht im Hafen, sondern segelten nochmals zurück auf Porquerolles zu einem schönen Ankerplatz.
Wir bleiben nochmals einen Tag in der Bucht von Porquerolles um noch mehr Arbeiten abzuschliessen. Am Montag segeln wir nach Cassis. Am Anfang mit wenig Wind von hinten, packen wir zum ersten Mal den Parasailor aus. Wir freuen uns über die 4.5 Knoten Fahrt. Der Wind zieht immer mehr an und der Spi zieht uns mit immer höherer Geschwindigkeit Richtung Cassis. Mit 20kn Wind reisst uns es uns mit 7.6kn voran, geile Sache!!! Beim Halsen gibt’s aber Probleme. Ohne Barberholer steigt der Spi beim Aushängen des Spibaums in die Höhe. Der Spibaum verklemmt sich irgendwie zwischen Schot und Mast, um ein Haar wäre er gebrochen. Bei einer grösseren Welle kommt der Baum frei und wird blitzschnell am richtigen Ort eingehängt. Nie mehr ohne Barberholer Spi segeln! Der Bruch unseres Eigenbau Carbon-Spibaum wäre ein Tiefschlag gewesen.
In Cassis ankern wir in einer Bucht, der Schwell ist aber zu gross und die Nacht wird sehr unangenehm. Müde segeln wir am nächsten Tag nach Frioul, eine Insel vor Marseilles. Von dort geniessen wir das Feuerwerk des 14. Juillet. Eigentlich wollen wir in diesem Hafen eine Weile bleiben um endlich etwas ins Internet zu schreiben, die Entsalzungsanlage zu flicken und die Genuaschienen abzudichten. Allerdings hat’s weder Geschäfte noch Internet auf dieser Insel und wir segeln weiter.
In Carro liegen wir die Nacht über in einer malerischen Bucht mit Badestrand. Wir geniessen es sehr. Zum ersten Mal kommt Ferienstimmung auf, da wir es bisher sehr streng hatten.
Am Donnerstag beeilen wir uns nach Port Saint Louis du Rhone zu gelangen, weil wir mit Susann, Clodi und Silvia abgemacht haben. Sie starteten ihre Velotour in Genf. Wir sitzen im Cockpit und erzählen einander von unseren Erlebissen. Um 5 müssen sie leider wieder gehen, ihre Ferien sind zu Ende. Unser Stegnachbar ist ein tschechischer Lebenskünstler der sich schon seit einigen Jahren mit seinem 8 Meter Boot durchschlägt. Wir unterhalten uns super mit ihm, er kennt alles und jeden. Sein Ziel ist die Karibik!
Martin, der tschechische Lebenskünstler, hat uns erklärt wo wir gratis aufs Internet gehen können und wo wir die Shipchandler finden. Am Freitag gehen wir zu Fuss auf Shoppingtour. Wir brauchen eine neue Dichtung für die Entsalzungsanlage und einen Wasserschlauch. Einen Schlauch und einen Führer fürs Mittelmeer finden wir, doch die Dichtungen muss nun Hegi unser Töffkurier aus der Schweiz mitbringen. Das Restaurant mit Wireless Lan ist ein Geheimtipp.
Port Saint Louis du Rhone ist nicht das schmuckeste Städtchen. Wir finden aber zurzeit alles was wir brauchen. Die Aussicht vom Cockpit ist manchmal auch gar nicht so schlecht.
Gestern haben wir die Genuaschiene neu abgedichtet, da es Martin auf den Kopf getropft hat. Heute ist Waschtag und Internettag.
Martin, der Tscheche, ist ein netter Kerl. Gestern haben wir ihn zum Znacht eingeladen. Wir sind mit ihm einig: Der Hafen ist ideal für Reparaturen, es gibt nur ein Aber: „Mosquito-country, Pastis-country, Crazy-country!“
Im Ausgang haben wir noch zwei junge Deutsche getroffen. Sie haben uns auf ihr Schiff eingeladen und von ihren Erlebnissen bei der Atlantiküberquerung und der Zeit in der Karibik im 2002 erzählt. Wir haben sehr viele gute Tipps bekommen; es war sehr spannend.