Ste. Maries de la Mer - Port Camargue

Am Donnerstag  planen wir frühmorgens abzufahren. Doch der kräftige Wind lässt uns zögern. Um 10 Uhr beschliessen wir, es trotzdem zu wagen. Unser Ziel ist Ste. Maries de la Mer. Raus aus dem Hafen und dem Kanal haben wir die Wellen und den Wind gegen uns. Aber Ranja kämpft wacker dagegen an. Nachher geht’s mit dem Wind seitlich von hinten in Richtung Ziel. Das Meer ist agitée, erst gegen Ste. Maries de la Mer wird es wieder ruhiger.

Mit Gross und Genua erreichen wir eine schöne Durchschnittsgeschwindigkeit von über 5.5 kn. Martin will während der Fahrt die Windfahnensteuerung ausprobieren. Das Pendelruder der Selbststeuerung stellt sich quer und reisst ab. Die Sicherungsleine hat es geradewegs abgerissen. Das ist ein harter Schlag. Nun müssen wir schauen, dass wir zu einem neuen Ruder kommen, es erweist sich aber als sehr schwierig.

 

In Ste. Maries wollen wir eigentlich nur eine Nacht bleiben. Doch der Wind wird immer nur stärker und wir legen einen Lesetag ein. Am nächsten Morgen werden wir vom Wind geweckt. Das Schiff liegt unruhig im Hafen und knallt gegen den Steg. Der Wind pfeift und die Windanzeige zeigt Böenspitzen von 47 kn! Wird wohl nichts mit weiterfahren. Wir gehen raus und beobachten die Wellen.

Am Strand ist es echt unangenehm, weil es den Sand heftig herumweht. Wir fliehen ins Städtchen und machen es wie die anderen Touristen. Erst gegen 16 Uhr lässt der Wind nach und kaum zu glauben aber wahr, am Abend ist es windstill!

Am nächsten Morgen geht’s im Hafen wie in einem Bienenstock zu und her. Alle haben den Sturm im Hafen abgewartet und verlassen ihn an diesem Morgen.

Wir nehmen Kurs auf den Port Camargue, einer der grössten Häfen Europas. http://de.wikipedia.org/wiki/Port_Camargue. Dort wollen wir uns um unsere Selbststeuerung kümmern.

Das Meer ist belle d.h. ziemlich glatt und der Wind bläst ein wenig. Ranja bringt es auf 3 Knoten Fahrt. Wir geniessen das ruhige Segeln, obwohl wir dafür etwas länger als geplant unterwegs sind.

Im Hafen erhalten wir ein riesiges Paket an Prospekten und Infos. Ein Fachgeschäft bemüht sich um die Ersatzteile für die Selbststeuerung. Doch leider haben sich die Bemühungen nicht ausbezahlt, diese Teile sind nicht mehr aufzutreiben. Jetzt müssen wir mal abchecken, was es für andere Möglichkeiten gibt.

Am Samstagmorgen kraxelt Martin den Mast hinauf und putzt das Windrädchen, Toplicht und die Mastschiene. Beim Sturm in Ste. Maries de la Mer hat es salzige Gischt und Sand bis zu oberst in den Mast geweht, das nun alles verklebt hat. Wir nützen hier das Wireless LAN und werden heute Nachmittag oder morgen Sonntag weiterziehen.