Barcelona

Wir liegen an bester Lage in Barcelona.

Dennoch schlafen wir am Dienstag mal wieder richtig aus, entsalzen das Schiff und das Windmessrädchen oben auf dem Mast, machen die Wäsche, gehen einkaufen, etc.

Am Mittwochmorgen besuchen wir das Aquarium von Barcelona. Es ist eindrücklich, was im Mittelmeer jeweils so unter einem schwimmen könnte. Vom Sandhai bis zum Seepferdchen, von der Krake bis zum Mondfisch. Beim Segeln bekommt man von alldem nicht viel mit. Manchmal sicher auch gut so.

Am Nachmittag haben wir mit Mireia und Dani, Michis Cousine und Cousin, abgemacht. Eine Stadtführung von Einheimischen ist einfach genial. Wir geniessen die schöne Aussicht und die imposanten Bauwerke. Die zwei geben ihr Bestes, machen überall einen Stopp und wissen immer noch was zu erzählen. Sightseeing vom Feinsten!

Den Donnerstag verbringen wir nochmals in der Stadt und machen uns klar für den Schlag nach Mallorca. Als Abschluss gehen wir mit Mireia, Casti und Montse essen. Sie führen uns im angesagtesten Viertel der Stadt in ein kleines Restaurant. Das L’antic  Bocoi del Gotic befindet sich in einem alten Weinkeller. Die verschiedenen Tapas sind eine echte Gaumenfreude.

Mit ein bisschen Wehmut verlassen wir am Freitag um 11 Uhr unsere Catalanen und Barcelona. Es hat keinen Wind, darum läuft der Motor. Martin nimmt die Fischerrute und hängt den neuen Köder dran. Man hat uns im Fischergeschäft erklärt, dass man auf der Fahrt nach Mallorca so immer einen  Thunfisch fangen würde. Wir sind gespannt.

 

Erst nach zwei Stunden setzt der Wind ein. Wir müssen hart an den Wind, was uns etwas in Schräglage bringt. Wir sind froh, dass wir endlich segeln können. Doch nach kurzer Zeit ist’s mit Segeln vorbei. Die Rolle der Fischerrute tschättert. Da hängt was dran! Wir haben etwa 5.5 Kn Fahrt, viel zu viel Tempo um den Fisch einzuholen. Wir nehmen die Genua runter und Martin beginnt zu kurbeln. Teilweise geht es ziemlich streng. Da muss etwas Grosses dran sein, denken wir. Tatsache, an der Angel hängt ein Schwertfisch!!! (Grösse = halte deine Arme so weit auseinander wie du kannst)

 

Bis wir den Fisch filetiert und die Angelsachen einigermassen verräumt haben, ist einige Zeit vergangen (Im Cockpit sah es aus wie in einem Schlachthof). Wir beide sind ziemlich geschafft. Der Wind kommt nun exakt aus der Richtung Mallorca. Entweder wir ziehen die Fahrt durch und kommen erst nächsten Abend in Mallorca an, oder wir gehen mit raumem Wind (Rückenwind) nochmals nach Barcelona zurück. Wir entscheiden uns zurückzugehen. Dieses Mal legen wir im Port Olimpic an. Zum Znacht gibt’s frischen Fisch. Wir ruhen uns über die Nacht aus und verlassen am Mittag Barcelona endgültig. Wir fahren am Wind. Gegen 19 Uhr ist der Wind zu schwach und da das Meer ziemlich ruhig ist, kann ich ein zweites Fischmenü kochen: Gebratenes Schwertfischfilet mit Peperoni-Reis. Bevor die Sonne untergeht und ich mich in die Kajüte zurückziehe, sehen wir eine Schar Delfine, die an uns vorbeizieht. Martin übernimmt die erste Schicht. Er beobachtet ein zweites Mal Delfine, dieses Mal ganz Nahe am Schiff. Als ich um 3 Uhr die Schicht übernehme, scheint der Mond sehr hell und das Meer ist ganz glatt. In der Ferne sieht man ein paar Lichter von anderen Schiffen. Alles ist ruhig. Erst um 6 Uhr bläst der Wind konstant, so dass wir wieder segeln können. Ich setze die Segel selbst und bin grad ein bisschen stolz auf mich. Ich versuche das Beste beim Trimmen. Leider ist der Trimmmeister noch am Träumen und bekommt von der Aktion nur halbwegs was mit. Der Wind lässt uns bis Mallorca nicht mehr im Stich und wir machen 5.5 Knoten Fahrt. So macht Segeln Spass!

 

Wir steuern Ranja in eine Bucht, wo es Gratis-Anlegebojen hat. Um 12 Uhr, grad 24 Stunden nach der Abfahrt in Barcelona, sind wir nun im Norden von Mallorca angekommen.