Mallorca

Mit dem Dinghi (Schlauchboot mit Motor) gehen wir an Land und gönnen uns ein kaltes Bier.

Im Schatten der Bäume ruhen wir uns ein bisschen aus. Hier ist alles voll von Engländern. Alles läuft ziemlich ruhig ab, vielleicht weil gerade ManU gegen Chelsea spielt. Wir kaufen frisches Gemüse fürs letzte Fischmenü und fahren zum Schiff zurück. Mit der Ruhe ist es vorbei. Jetskis und Wasserskifahrer fahren uns um die Ohren. Die Überfahrt nach Mallorca war in Sachen Wellen um einiges ruhiger, ohne Witz. Zum Glück ist um 21 Uhr Schluss und kaum zu glauben aber wahr, das Meer in Kürze spiegelglatt.

Die spanische Regierung hat zum Schutz der Seegräser Gratisbojenfelder eingerichtet. Übers Internet könnte man sich Plätze im Voraus sichern.  Dieses Bojenfeld war ziemlich schlecht besucht. Wir wissen nun warum.

 

Am nächsten Morgen müssen wir zuerst aus der Bucht aufkreuzen, nachher geht es mit halbem Wind in Richtung Osten. Am Abend erreichen wir eine geeignete Ankerbucht. Doch kaum ist der Anker ausgebracht, braust ein Polizeiboot heran. Wir werden höflichst auf Deutsch gebeten, den Platz zu räumen. Naturschutzgebiet! Unsere auf Mai 2009 upgedateten deutschen Karten geben die Bucht als guten Ankerplatz an, es hat weder Schilder noch Tafeln. Wir räumen also das Feld und gehen in den nächstgelegenen Hafen namens Ratjada. Das Glück ist dort auf unserer Seite. Weil Ranja nicht die Grösste ist, dürfen wir uns bei einem Zweierpäckchen noch anhängen.

 

In Mallorca bläst es bis jetzt konstant von Nordost, so dass wir am Montag schon wieder weiterfahren. Den ganzen Tag haben wir raumen Wind. Während der Fahrt entdecken wir Delfine. Am Nachmittag laufen wir unter Segel in die Bucht von Porto Colom und setzen den Anker. Wir sind nicht allein. Dutzende Schiffe machen dasselbe. Einige Schiffe ankern sogar zwischen den Einfahrtstonnen! Die Spanier und Franzosen kennen nichts.

 

Die Bucht ist genial. Es hat Dinghiparkplätze, einen Badestrand und Einkaufsmöglichkeiten. Um den leeren Wassertank zu füllen nimmt Martin alle aufgehobenen 5l- Petflaschen und packt sie ins Dinghi. Im nahen Hafen kann er bei einer Yacht den Schlauch benützen um sie zu füllen. Es hat sogar ein preiswertes Wireless Lan-Netz, das wir sofort aktivieren. Doch leider funktioniert es nur die ersten vier Stunden. Darum müsst ihr so lange auf die neuen Berichte warten. ;)

 

Am nächsten Tag packen wir den wasserdichten Sack, steigen in unser Dinghi und lassen Ranja für den Tag alleine. Unser Ziel sind die Cuevas del Drach. Per Bus erreichen wir unser Ziel. Die Tropfsteinhöhlen sind echt sehenswert. Von früheren Geografiestunden sind uns die Begriffe Stalagmiten und Stalaktiten noch ein Begriff. Doch dass diese so erstaunliche Formen annehmen können, wussten wir nicht. Da hat Gaudi echte Konkurrenz. Leider durfte man keine Fotos machen. Wir haben uns schweren Herzens daran gehalten, wie fast alle anderen Besucher. http://de.wikipedia.org/wiki/Cuevas_del_Drach

 

 

Wir verlassen um 9 Uhr die Ankerbucht und ziehen in Richtung Süden. Es hat ziemlich viel Wind, dass wir bereits am frühen Nachmittag an einem geschützten Strand unseren Anker werfen. Wir baden, schnorcheln, faulenzen und am späten Abend, als die Touristen schon wieder weg sind, fahren wir mit dem Dinghi an den Strand. Auf dem Weg dorthin, stellt der Motor ab. So paddelt Martin retour und ich schwimme bis zum Schiff. Der Abendschwumm ist gerade das Richtige.

 

Unser nächstes Ziel ist Palma. Der Wind lässt uns zuerst im Stich. Erst den letzten Teil der Strecke können wir segeln. Vor Palma ist gerade eine Regatta am Laufen. Wir sehen auch ein paar riesige Schiffe. Man findet hier viele Moodys und Co.

Im ersten Hafen werden wir ohne Reservation abgewiesen. Ich versuche unser Glück und

mache mich auf den Weg zu den anderen Capitanias. Auf der anderen Seite des Hafens finden wir einen Platz. Sie haben dort eine Charterbasis und einige Schiffe kommen dieses Wochenende nicht zurück. Schwein gehabt.

Am Abend machen wir uns auf den Weg zum Ballermann. Martin träumt schon lange von Weisswurst, Brezeln und Weissbier. Wir haben keine Ahnung, wo wir hin müssen, darum steuern wir mal in Richtung Stadt. Wir treffen viele Engländer, Italiener und Spanier, aber entdecken fast keine Deutsche. Von den Ballernmännern ist keine Spur. Mit der deftigen Kost wird es leider nichts, doch die Tapas in einer Bar schmecken vorzüglich. Das Lokal ist eine ausgezeichnete Wahl.

Am Samstagmorgen repariert Martin den Dinghimotor und ich gehe Waschen. Am Nachmittag wollen wir aufs Internet.