Balearen - Alicante
Immer noch in Palma wollen wir am Samstag ins Einkaufszentrum in der Nähe einkaufen gehen. Leider stellen wir fest, dass Feiertag in Spanien ist und alle Geschäfte geschlossen sind. Da dieses Einkaufszentrum so ideal ist (man kann mit dem Einkaufswagen bis auf den Steg fahren) beschliessen wir uns trotz der horrenden Hafengebühren bis am Montag zu bleiben.
Am Sonntag machen wir uns erneut auf die Suche nach dem Ballermann. Zuerst im Westen der Stadt. Als wir wieder nichts finden gehen wir 15min ins Internetcafe und machen uns schlauer: Ballermann ist im Osten der Stadt. Jetzt nehmen wir den Bus, da wir beide schon Blasen an den Füssen haben. Schliesslich finden wir den Ballermann No 6 und gönnen uns ein Weizenbier bzw. Sangria. Von dieser kleinen Strandbar ist der Name Ballermann abgeleitet vom spanischen. Danach begeben wir uns eine Strasse weiter nach hinten und finden ein Partyzentrum gewaltigen Ausmasses. Der Bierkönig scheint das Zentrum zu sein. Es kommt uns vor wie Rhema oder Oktoberfest.
Am Montag gehen wir wie geplant einkaufen und machen uns danach auf den Weg nach Ibiza. Zuerst müssen wir gegen den Wind aufkreuzen, bis dann gar kein Wind mehr ist. Um Mitternacht aber kehrt er zurück und wir können weitersegeln, wieder hoch am Wind aber diesmal ohne kreuzen. Am Morgen erreichen wir ein gratis Bojenfeld, das man allerdings übers Internet reservieren müsste. Da wir kein Internet haben (wie wahrscheinlich 99% der Segler) können wir nicht reservieren und spielen die Ahnungslosen. Das klappt wunderbar und wir können bleiben. Den Nachmittag verbringen wir mit Baden. Gegen Abend taucht Martin der Tscheche, den wir von Port Saint Louis du Rhone kennen auf. Diesmal ist seine Freundin Maja dabei. Wir laden sie auf unser Schiff ein und erzählen uns die neuesten Geschichten. Er konnte endlich seine Rollfock reparieren und sie sind innerhalb 2 Wochen nach Ibiza gesegelt.
Am nächsten Tag begeben wir auf die Reise zur Insel Formentera (5nm, eine Stunde). In der Bucht ankern einige hundert Schiffe. Wir tun es ihnen gleich. Danach rudern wir an Land und mieten Velos um die Insel zu erkunden. Es hat viele schöne Wege, schöne Dörfchen, Kaps und Buchten. In einer der Buchten gehen wir baden um uns abzukühlen.
Am Donnerstag segeln wir wieder Richtung Festland. Unser Ziel ist Alicante und müsste mit 12kn Wind von Achtern am nächsten Morgen zu erreichen sein. Wie schon bei unserer letzten Überfahrt hält der Wind nicht was er verspricht und wir müssen eben gesetzten Spinnaker wieder bergen. Nach einer Stunde setzen wir den Spi erneut. Beim Trimmen des Spis geht plötzlich der Achterholer in die Höhe. Weshalb könnte das sein? Wir sehen, dass der Beschlag des Spibaums aus dem Rohr gebrochen ist. Das ganze ist bei wenig Wind und ohne Wellen ganz ohne Spektakel über die Bühne gegangen. Der Grund ist, dass sich die Hülse, in der der Beschlag steckt, nicht gut mit dem Laminat verbunden hatte. Zum Glück haben wir den alten Spibaum auch dabei und ich konnte ihn gleich einsetzen. Den Rest des Tages, der Nacht und des nächsten Morgens beschäftigten wir uns mit Segel setzen, bergen, anderes Segel setzen, bergen, noch ein anderes setzen und wieder bergen. Wir wollten umsverrecken nicht motoren, weil es dann so unglaublich heiss wird in der Kajüte. Trotzdem haben wir bis in Alicante 13 Stunden motort. Zusammenfassung der Fahrt:
2 x Spi setzen
2 x Fock setzen
2 x Genua setzen
107 Seemeilen
13 Stunden Motoren
14 Stunden Segeln
1 x Spibaum kaputt
1 x Nullmeridian überquert (Wir befinden uns jetzt auf der westlichen Seite des Nullmeridians)
Als wir dann endlich in Alicante ankommen sind drehen wir eine Extrarunde im Hafen um die soeben heimgekehrten Racer des Volvo Ocean Races zu betrachen. Wir sehen allerdings nur die beiden des Telefonica Teams auf dem Land.
Als wir fertig angelegt haben, gehen wir als erstes in einen Laden um einen Ventilator zu kaufen. In der Kajüte wird es regelmässig bis zu 40°C heiss und die Wärme ist bei Windstille kaum herauszubringen. Auch wenn bei Nachtfahrten der Motor laufen muss kann man kaum schlafen. Nun haben wir grosse Freude am Venti und er läuft von nun an 24 Stunden am Tag (solange Strom vorhanden).