Porto Santo, 14.9. – 21.9.09

Ausnahmsweise schreibt der Skipper diesmal den Aufsatz. Seit die Skipperin 2 im Besitz des Hochseepatentes ist, zeigt sie kein Interesse mehr an niedriger Arbeit und ihre Nase zeigt steil Richtung Himmel ;-)

 

Hier in Porto Santo gefiel es uns von Anfang an sehr gut. Das Preis-Leistungsverhältnis ist: 16 Euro pro Tag, tipptoppe Duschen, gratis wirless Internetzugang und nur freundliche Leute. Hier hat es fast ausschliesslich Langfahrtensegler. Das sieht man auch an der Hafenmole, sie ist übersäht mit Grafitti der verschiedensten Crews aus der ganzen Welt - und das über 300m!

Als wir am Mittwoch die Stadt erkunden wollen, gehen wir kurz schauen was die kürzlich kennen gelernten Schweizer für ein Schiff haben. Wir wollten eigentlich nur kurz von aussen schauen. Schlussendlich befinden wir uns in ihrem Schiff mit Saft und Kuchen. Das Schiff ist sehr schiffig: es ist alt, verwinkelt und mit Massiv-Teak ausgebaut. Uns gefällt es so sehr, dass wir ins Träumen kommen und malen uns unsere Zukunft mit einem Schiff dieser Art aus.

Das Städtchen ist schnell gesehen, da winzig. Es ist so klein, dass wir in einer lokalen Zeitschrift einen Typen fünf Mal gesehen haben: als Wanderer, als Tennisspieler, als Fussballer und als Fischer! Besonders stolz sind die Bewohner darauf, dass Kolumbus mal hier gelebt hat. Er hatte hier eine Existenz als Zuckerhändler noch bevor er Amerika entdeckte. Zu seinen Ehren ist ein kleines Museum in seinem ehemaligen Haus eingerichtet, welches wir besuchen.

Am Donnerstag wäscht Mirjam die Wäsche und ich erledige kleine Dinge. Zum Beispiel die Uhren beschriften. Es wird nämlich immer schwieriger die Übersicht zu behalten wo es wie spät ist. Zum einen interessieren uns 3 Zeiten: Schweizerzeit, Ortszeit und Universalzeit, zum anderen verliert man ein wenig das Zeitgefühl auf so einer Reise. Also habe ich die Uhr am nächsten bei der Navigation auf UTC eingestellt, die die am schlechtesten zum Verstellen geht mit Schweizerzeit, und die, die am besten zum Verstellen geht mit Ortszeit beschriftet:

Am Nachmittag bekommen Mirjam und der Tscheche von den Fischern einen Fisch geschenkt. Diesen nehmen wir aus und essen ihn gleich zum Znacht. Er schmeckte hervorragend.

Am Freitag wollen wir die Insel erkunden. Dies geht am besten mit einem Quad, da es viele unbefestigte Wege hat. Wir brausen zuerst Richtung Westen und umrunden die Insel im Uhrzeigersinn. Im Norden ist die Insel unbewohnt. Doch wir entdecken eine alte zerfallene Siedlung. Das ist sehr spannend. Überall fahren wir in kleine Wege, gehen ein wenig und geniessen die atemberaubende Landschaft. Die Spitze des höchsten Berges der Insel (515m) erklimmen wir dann zu Fuss, das ist aber sehr schnell getan.

Während wir auf der Insel unterwegs waren treiben die Tschechen Farben auf um ein eigenes Grafitti an die Wand zu malen. Da sie Rot und Weiss wieder zurückbringen müssen, haben sie für uns schon ein Schweizerkreuz hingemalt. Mirjam macht es dann später noch komplett.

Am Abend gehen wir motorisiert in den Ausgang (Quad). Ein Luxus, den wir bis anhin noch nie hatten. Doch 50m vor dem Restaurant verabschiedet sich mit einem lauten Knall das Getriebe. Da der Vermieter an diesem Abend keinen Ersatz hat, müssen wir nach dem feudalen Essen doch noch zu Fuss wieder zum Schiff kehren. Dies ist aber gar nicht so schlecht, da wir so viele frittierte Gambas gegessen haben, die es zu verdauen gilt.

 

Am Samstagmorgen bekommen wir unseren Quad repariert wieder zurück. Wir nützen ihn um einkaufen zu gehen. 50 Liter Wasser, einen Rucksack und zwei Taschen voll Ware können wir so easy transportieren. Nun haben wir genug zu essen und trinken für ein paar Wochen.