St. Lucia - Bequia

Die ARC Zeit in St. Lucia, Montag, 14.12 – Sonntag, 20.12.09

 

Am Montag sind wir den ganzen Nachmittag mit Carmen und Ivo auf dem Schiff gesessen und haben uns ausgequatscht. Wir haben viele News aus der Schweiz erhalten. Z.B. dass die Schweiz an der WM ist und mit wem in der Gruppe. Oder, dass Barack Obama in Wirklichkeit ein Rheintaler Gemeindeammann ist.

Am Dienstag und Mittwoch klarieren wir dass Schiff auf. Alles wird wieder umgestaut, wie es vor der Überfahrt war. Während der Fahrt haben sich Entenmuscheln am Heck angesiedelt. Das sind Zapfenförmige Viecher, ca 1-2cm lang, die sich hartnäckig halten. Dem Spachtel aber können sie sich nicht widerstreben. Da wir keine Genau 1 mehr haben entscheiden wir uns endlich doch eine Rollreffanlage anzuschaffen. Von Thomas, dem Parasailorvertreter und Berater erhalten wir den Tipp, die Ware über einen ortsansässigen Österreicher, der eine Chartergesellschaft betreibt, zu bestellen.

 

Am Abend ist immer viel los. Auf der Bühne erklingt karibischer Sound, meistens aber nicht der melodiöse Reggae, sondern eine Art Speed-Reggae, der den jungen Einheimischen unheimlich gut gefällt.

 

Cantare und Zahara liegen am anderen Ende der Marina. Die Hafenplätze sind so breit, dass wir noch locker zwischen ihnen Platz haben, also entscheiden wir uns zwischen den beiden Schiffen zu platzieren. Alle freuen sich, dass die drei kleinsten Boote der ARC in einer Box Platz finden.

 

Am Abend wollen wir mit Carmen und Ivo an die ARC-Kostümparty. Aber es ist so gemütlich an Board von Ranja, dass wir es sein lassen.

 

Sie schlafen bei uns an Bord. Gemeinsam gehen wir am Freitag nach Castries, die Hauptstadt von St. Lucia. Dort ist aber gar nicht viel los. Wir gehen in einem netten Restaurant einen Happen essen, danach trennen sich unsere Wege wieder.

 

Am Samstag ist der grosse Abschluss der ARC. Mit Minibussen werden alle Leute zu einem schönen Ort mit Kongresssaal gebracht. Nach Rumpunsch und Apéro findet im Saal die Preisverleihung statt. Wir bekommen wie wir erwarteten keinen Preis, weil zu langsam. Cantare bekommt einen Preis für den besten Blog. In der Pause gibt’s weitere Häppchen und nach der Zeremonie gibt’s Livemusik im schönen Garten. Nach britischer Manier ist schon um 23.00 Uhr Schluss. Keine Musik, keine Getränke. Also dislozieren wir zurück in die Marina,  wo die Bars erst im Morgengrauen schliessen.

Bevor es aber soweit ist, erwarten wir das allerletzte Schiff der Flotte. Die Kanadier Ron, Brian und Kevin, mit denen wir uns einige Male vor dem Start der ARC betrunken haben, hatten einige Tage nach dem Start Probleme mit dem Ruder und mussten nach Kap Verde zur Reparatur. Alle Leute der Bar gehen an den Steg um sie willkommen zu heissen. Die angetrunkene Meute der Bar macht einen Höllenkrach. Die Kanadier sind überglücklich. Danach geht es zurück in die Bar wo bis in den Morgen gefeiert wird.

 

Am Sonntag ist bedrückende Stimmung. Die ARC ist zu Ende und viele gehen ihres Weges. Am Montag, bevor wir ablegen werden wir von Lisa und Sandro zum Zmorgen auf ihr schönes Schiff, eine Amel Supermaramu, eingeladen. Die beiden Schweizer haben wir erst an der Preisverleihung der ARC kennen gelernt. Es ist etwas schade, dass wir sie nach einer Stunde schon wieder verlassen müssen, aber wir müssen vor der Abfahrt noch einkaufen und das neue Segel vermessen lassen.

 

Wir verabschieden uns noch von Zahara, Cantare, Ariane und Erasmos, danach legen wir mit durch Carmen und Ivo verstärkter Crew Richtung Marigot Bay ab.

 

 

 

Rodney Bay - Bequia

 

Montag, 21.12.09

Carmen und Ivo kommen mit dem gemieteten Töff zur Marina. Nachdem der Töff zurückgegeben, die Marina bezahlt, eingekauft und wir uns von den verbliebenen ARC-lern verabschiedet haben, stechen wir mit unserer neuen Crew in die See. Es ist eine gemütliche Fahrt mit wenig Wind und Wellen, 5 Kn Fahrt. Ivo übernimmt die Pinne beinahe während der ganzen Fahrt, Carmen konzentriert sich, dass es ihr nicht schlecht wird. Beide erledigen ihre Aufgabe mit Bravour. In der Marigot Bay, der berühmtesten Bucht der Karibik schlechthin, teilen wir uns eine Boje mit zwei anderen ARC-Schiffen. Dr. Doolittle wurde in dieser Bucht gedreht. Im gleichnamigen Restaurant dinieren wir. Es ist Ladiesnight, d.h. es müssen nur die beiden Herren den Dreigänger bezahlen.

 

Dienstag, 22.12.09

Die Fahrt nach Soufrière ist noch von weniger Wind geprägt. Das erste Mal, seit 3000 nm müssen wir den Motor zur Hilfe nehmen. Der Boatboy fängt uns schon früh ab. Wie ein Lotse bringt er uns zu einer Boje. Wir bevorzugen aber mit Anker und Heckleine am Strand zu liegen, wo noch zwei andere Boote sind. Für 15 EC-Dollar (6 Fr.) bringt er uns die Landleine an. Am Abend lassen wir uns mit kreolischer Küche verwöhnen.

 

Mittwoch, 23.12.09

Mit Baby Shak, unserem Taxifahrer in einer etwas übergewichtigen Basketballspielerstatur geht es ab in den Urwald. Ein Führer stellt uns ein paar Pflanzen, Tiere und Bäume vor. Die berühmten St. Lucia Papageien  hören wir leider nur krächzen. Die Bäume können uns zum Glück nicht davon fliegen.  In der Mitte der Tour kühlen wir uns unter einem Wasserfall ab. Der Massagebrause ist massiv. Für weitere 30 USD chauffiert uns Baby Shak zu einer Kakaoplantage, wo ein Buffet mit typischer kreolischer Kost auf uns wartet. Nach der Tour gehen wir zurück zum Schiff bzw. Hotel.

Die beiden anderen Schiffe sind am Morgen aufgebrochen. Wir liegen alleine vor dem Strand. Als wir mit dem Dinghi zum Schiff paddeln, werden die einheimischen Kinder etwas aufdringlich. Vor allem der rosarote Taucherbrillenträger kann die Finger nicht mehr vor unserem Dinghi lassen, bis es schlussendlich kentert. Leider leistet er uns danach immer noch Gesellschaft. Um ihn los zu werden wechseln wir am späteren Nachmittag mit Ivo und Carmen an Bord den Platz. Ausserhalb des Dorfes hat es noch einen Ankerplatz mit Bojen. Unser Bojen-Landleine-manöver braucht ein bisschen mehr Zeit, Kraft und Nerven, weil wir die Vorgehensweise der Boatboys noch nicht kennen. Mittlerweile wissen wir aber, wie man es macht.

Den Rest des Tages lassen wir auf dem Schiff ausklingen. Wir spielen Dog, essen Znacht und unterhalten uns in die Nacht hinein. Ivo und Carmen bevorzugen seltsamerweise das Hotelbett vor der Bugkabine und so gelangen sie per Boattaxi zurück zur Stadt.

 

Donnerstag, 24.12.

Weihnachten mal ganz anders. Ausgeschlafen treffen wir uns am Strand bei unserem Bojenplatz. Weil es bereits Mittag ist, wärmen wir mit dem kleinen Kocher die restliche Fajitasauce auf. Gestärkt geht es mit dem Mietjeep in Richtung Süden der Insel. Das Weihnachtsessen der Insulaner ist eindeutig nicht Fondue Chinoise. In vielen Ortschaften hängen geschlachtete Kühe an Holzbalken. Fürs Weihnachtsessen kauft man sich in dem Fall ein deftigeres Stück Fleisch.

Etwas ausserhalb von Vieux Fort finden wir einen schönen Strand. Kite Surfer liefern die Unterhaltung und in deren Strandbar geniessen wir einen eiskalten Früchteshake. Carmen und Ivo erhalten MMS der Schweizer Weihnachtsfeiern. Bei uns will die Weihnachtsstimmung noch nicht so richtig aufkommen. Bei der Retourfahrt halten wir Ausschau nach einem Restaurant. Baby Shak hätte am Vortag noch ein anderes Restaurant im Programm gehabt, in diesem wollen wir unser Glück versuchen. Als wir eintreten, merken wir schnell, dass dies eine noble Adresse ist. Von der Terrasse des Hotels bzw. Restaurants hat man Blick zwischen den beiden Pitons hindurch auf das Meer. Die zwei zuckerhutförmigen Vulkankegel sind das landschaftliche Markenzeichen der Insel! Die Lady mit Santaclausmütze am Empfangstisch überzeugt uns. Vor dem 3-Gang-Menü, gibt es Willkommenscocktails und ein Buffet mit feinsten Häppchen. Die Shrimps sind eine echte Gaumenfreude und auch die andern Häppchen vergehen einem auf der Zunge. Ein Chor singt im Hintergrund Weihnachtslieder. Die Lieder kommen rhythmischer und fetziger daher als wir es gewohnt sind, da bleibt niemand ruhig stehen. Am Apéro treffen wir noch Lisa und Sandro, was für ein Zufall. Shellfish Soup oder Shrimp Brochette, Fischtrio mit Lobster, Sugar-cane Pork oder wohl doch lieber den Turkey. Wir haben die Qual der Wahl und entscheiden alle richtig. Was für ein Gaumenschmaus!

Fast vergessen, während des Essens hat auch noch der Santa Claus höchstpersönlich vorbeigeschaut und jedem ein Geschenk mitgebracht. Es war ein amüsanter 24. Dezember, den wir wohl nicht mehr so schnell vergessen.

 

Freitag, 25.12.09

Mit dem Jeep fahren wir an einen Strand, der nur für Touristen geöffnet ist. Schattenspendende Palmen, eine Strandbar, weisser importierter Sandstrand und kristallklares Wasser. Nicht alles echt, aber dennoch schön. Der Strand befindet sich in einem Wasserschutzgebiet. Beim Schnorcheln entdecken wir viele farbige Fische und sogar einen Schwarm Sepien (Tintenfische).

Am Abend essen wir im Hotel von Carmen und Ivo und wir sind froh, dass wir uns nach dem Besuch der Bar nur noch auf die Hotelcouch fallen lassen müssen. (Hotelaussicht am Tag)

Samstag, 26.12.09

Weil das Ausklarieren in Marigot Bay einfacher ist, fahren wir heute mit dem Jeep in die nördliche Richtung. Die Strasse ist spektakulär. Man schlängelt sich der steilen Küste entlang, mitten durch den Regenwald, stösst auf Bananenplantagen und einfache Dörfchen. Nach dem Ausklarieren schauen wir noch kurz in den Supermarkt der Marigot Bay und stellten fest, dass die Preise zum Teil doppelt so teuer sind also sonst wo. Die Charterer, die keine Wahl haben werden also nach Strich und Faden abgezockt.

Den Abschiedsznacht mit Carmen und Ivo nehmen wir in einem typischen Beizchen in Soufrière ein.

Weil es auf dem Ankerplatz ziemlich fest rollt, kommt es uns gerade gelegen, dass wir nochmals im Hotel übernachten dürfen.

 

Sonntag, Montag, 27.- 28.12.09

Carmen und Ivo fahren uns am Morgen zurück zum Schiff. Wir verlassen am Abend den Ankerplatz in Richtung Bequia, Carmen und Ivo treten die Heimreise an. Ihr Flug geht um 20 Uhr, um diese Zeit sind wir gerade auf der Höhe des Flughafens. Ein Flugzeug haben wir steigen gesehen, da waren wohl die beiden drin. Auf der Fahrt nach Bequia haben wir chaotische Windverhältnisse. Von Flaute bis Böen von 7 Windstärken. Zwischen den Inseln bläst es ziemlich stark, im Windschatten der Inseln ist Flaute, aber an einigen Stellen können  wieder Fallwinde auftreten. Am Morgen erreichen wir die Bucht von Bequia. Unser Anker fällt neben der TinaTi, neben dem wir schon in der Marigot Bay gelegen haben.
Nach dem Einklarieren schlendern wir durch das kleine Städtchen und ruhen uns später auf dem Schiff aus. Mit der Zweistundenschicht kommt man eindeutig zu weniger Schlaf.

Dienstag, Mittwoch, 29.-30.12.09

Uns gefällt es in Bequia. Es hat nette Restaurants, viele Verkaufstände und schöne Strände. Die Bucht ist zwar voller Schiffe, aber es geht trotzdem ruhig zu und her. Die Leute sind etwas weniger aufdringlich als in St. Lucia. Mit unseren Nachbarn, Martina und Gerald von der TinaTi haben wir einen guten Kontakt. Man sitzt am Abend gemeinsam in einem Schiff oder einer Bar und am Mittwoch haben wir gemeinsam eine Taxitour über die Insel unternommen. In Bequia hat der Wahlfang eine lange Tradition und bis heute ist es den Wahlfängern erlaubt ein bis vier Tiere zu erlegen. Dies geschieht von kleinen Segelschiffen aus, gejagt wir immer noch von Hand mit der Harpune. Die Augen des betagten Museumsleiters fangen an zu leuchten, wenn er von seinem Onkel, dem besten Wahlfänger aller Zeiten berichtet. Die Wale seien schlaue Tiere, heutzutage gelinge es ihnen nur noch einen Wal pro Jahr zu fangen.

Diese Art des Walfangs ist sicher in Ordnung. Die Japaner haben auf den Grenadinen einige Kühllager gesponsert. Abnehmer des Walfleisches sind da. Ob sich das auf die Fangquote auswirken wird?

 

Im Norden der Insel setzt sich ein pensionierter Fischer für die Erhaltung der Schildkröten ein. Die Zahl der Schildkröten ist markant gesunken, die Schildkröten und Schildkröteneier müssten schleunigst auf dem Speisesplan verschwinden. Der Fischer steckt viel Herzblut in seine Station. Seit 1995 hätte er bereits 800 Schildkröten wieder in die Freiheit lassen können. Er geht in die Schulen und klärt die Jugendlichen auf. Die Schildkröten sind wichtig für den Erhalt der Korallen und ausserdem eine Touristenattraktion, dies ist hoffentlich ihre Überlebenschance.

 

Donnerstag, 31.12.09

Silvester feiern wir multikulturell mit TinaTi und einigen Schweden. Der alte Schwede aus Las Palmas ist auch dabei. Es wird Hummer serviert und am Abend steigen die Raketen. Die eigentliche Party beginnt erst ab 2 Uhr. Wir bleiben bis 3 Uhr und fahren mit dem Dinghi zurück zum Schiff.