Grenadinen, Bequia – Union Island, 1.1.10 – 13.1.10
Am Neujahrsmorgen schläft ganz Bequia aus. Als wir uns um 11 Uhr auf die Suche nach einem Internetcafè machen, haben weder die Standverkäufer ihre Schmuckstücke aufgestellt noch sind die Taxifahrer auf Kundenausschau. Nur in Marias French Café haben sich die wachen Touristen eingefunden um sich mit der Heimat zu verständigen. Wir verbringen den halben Tag auf dem Netz: skypen, Homepage aktualisieren, E-mail schreiben, etc. Wie bereits üblich, verfolgen wir auch unsere Seglerfreunde und so sind wir ziemlich baff, als wir auf der Atlantikrundehomepage lesen, dass Peter und Bina auch in Bequia vor Anker liegen. Als unser Akku des Laptops langsam den Geist aufgibt, dies geschieht erst nach ca. fünf Stunden, machen wir uns auf die Suche der Österreicher. Wir finden sie auf der anderen Seite der Bucht und wir werden gerade zu selbstgebackenem Kuchen eingeladen. Es gibt viel zu erzählen. Da sich hier unsere Wege kreuzen, tauschen wir einige Reisetipps aus. Leider wollen sie morgen schon wieder weiter. Wir werden sie sicher später wieder irgendwo treffen.
Am 2. Januar erwartet mich ein etwas anderer Geburtstag. Nach dem morgendlichen Schwumm empfängt mich Martin mit einem gedeckten Frühstückstisch. Weil wir gestern nicht alle Leute von zuhause erreicht haben, wollen wir nochmals kurz aufs Internet. Doch bevor wir ins French Café gehen, machen wir noch einen kurzen Spaziergang ans andere Ende der Bucht zu einem Aussichtspunkt. Wir kommen bei einem Laden mit schönen Halsketten vorbei, wo ich mir eine aussuchen darf. Leider erwischen wir später Martins Familie nicht, so dass wir das Restaurant ziemlich bald wechseln. Im Gingerbread gibt es nämlich Lavazza Kaffee und eine grosse Auswahl an Kuchen. Den Geburtstagskuchenersatz, ein Stück Rüebli- und ein Bananentortenstück nehmen wir im schattigen Garten, mit Meeresblick versteht sich, ein.
Am Nachmittag schwimmen und schnorcheln wir noch in der Nähe des Schiffes. Da mir die Füsse wehtun lasse ich die Flossen im Dinghi drin. Martin schmeisst sich mehrmals aus dem Dinghi, dabei geht eine Flosse von mir unerkannt unter und verschwindet. Der Versuch in Bequia noch neue aufzutreiben scheitert, weil die Läden um vier Uhr geschlossen haben. Eigentlich bin ich froh, dass ich die unbequemen Flossen los bin, doch das Timing ist nicht perfekt.
Während wir weg waren, kamen viele Geburtstagswünsche übers Iridium herein. Diese freuen mich riesig. Hier gäbe es übrigens mein Traumwetter für ein Geburtstagsfest. Da aber Freunde und Familie so weit weg sind, ist mir nicht nach einem grossen Fest zumute. Den Abschluss des Tages verbringen wir in gediegener Atmosphäre im Devil’s Table, dem vielleicht angesagtesten Restaurant der Bucht. Das Essen schmeckt köstlich und nachdem uns unser Töff auch im Dunkeln zuverlässig zu unserem Schiff bringt, fallen wir mit vollen Bäuchen in unserer Kajüte.
3. Januar
Wir brechen am Morgen auf. Unser Ziel ist Baliceaux, eine Insel im Südosten Bequias. Den ganzen Nachmittag kreuzen wir auf. Das Navigieren ist wieder anspruchsvoller. Riffe lassen wir lieber neben uns liegen und die Wende muss wohl überlegt sein, wollen wir doch nicht unnötig Höhe verschenken. Der Wind bläst anständig, einmal huscht auch ein Squall über uns. Ranja ist wieder mal süsswassergeduscht, das passt. Am späten Nachmittag gelangen wir zum Ankerplatz. Mit den fünf Katamaranen haben wir nicht gerechnet. Die Italiener machen auf Party und wir sind beruhigt, als sie kurz später die Anker lichten und sich aus dem Staub machen. Bina und Peter haben uns den Tipp für die Bucht gegeben. Nun decken sich die Beschreibungen mit der Wirklichkeit. Wir liegen alleine und um uns liefern Pelikane eine spektakuläre Flugshow. Als wir an Land gehen, entdecken wir unzählige Schildkröten, Rebhühner, einen Einsiedlerkrebs, Kakteen und haben eine super Aussicht. Die Insel ist echt ein Toptipp.
4. – 5. Januar
Die Nacht war etwas unruhiger als auch schon, doch nach dem Inselbesuch von gestern, hätten wir noch mehr Rollen in Kauf genommen. Die Insel Mystique, auf der Berühmtheiten wie David Bowie und Mick Jagger ihre Ferienhäuser haben, lassen wir links liegen. Es ist uns schlichtweg zu teuer und so nehmen wir Kurs auf die Insel Canuan. Während der Fahrt steige ich ins Dinghi und Martin umsegelt mich einhand. Es entstehen paar geniale Bilder. Ich bin froh, als ich wieder an Bord bin, denn mit dem Dinghi verschwindet man schnell in den grossen Wellen. Als wir kurz vor Canuon sind, kommt uns ein Segelschiff immer näher. Martin erkennt das Schiff zuerst. Es ist die TinaTi. Wir segeln eine Weile nebeneinander her und knipsen und filmen was das Zeug hält.
Gerald und Martina fahren danach weiter in die Tobago Cays, wir müssen nur noch in die Bucht von Canuan einbiegen. In der Bucht soll man gratis Internet bekommen, das haben wir von der Cantarehomepage erfahren. Leider ist die Verbindung für Skype zu langsam, doch die E-mails lassen sich locker checken. Am Morgen erkunden wir die Insel. Die neugeplanten Government- und Polizeigebäude stehen noch im Rohbau. Doch der Supermarkt hat ein schönes Sortiment und bei einem Früchtestand erstehen wir frisches Gemüse und Früchte zu einem fairen Preis. Die Bananen sind aber der Preisknaller: ein Bund Bananen kostet nur 2 EC, das ist umgerechnet 80 Rp. Auf dem Weg auf die Hügelspitze treffen wir auf Gaston, einen Fischer mit Harpune. Morgens um 5 sei er aufgestanden und seine 10 gefangenen Lobster hätte er schon verkauft. Auf der Hügelspitze trennen sich unsere Wege. Wir laufen noch kurz dem Grat entlang und geniessen die Aussicht. Die Leute in Canuan leben sehr einfach. Sie halten Ziegen und betreiben Fischerei.
Am Nachmittag machen wir uns auf den Weg zu den Tobago Cays. Nur mit der Fock machen wir gute Fahrt. Durch die Riffe bergen wir dann das Segel und Ranja muss sich ziemlich gegen den Wind kämpfen. Die Tobago Cays sind eine Gruppe von unbewohnten Inseln, die durch ein hufeisenförmiges Riff geschützt sind. Das Wasser in allen Blau- und Grüntönen, die schönen Strände und die Tierwelt, machen sie zu einem Schnorchelparadies.
6. Januar
Am Morgen machen wir uns mit dem Dinghi ans äussere Riff auf. An einer Boje können wir Ranjas Töff befestigen. Wir sehen Fischschwärme und Tiere in allen Farben und Grössen. Ein Aquarium ist ein Scheiss dagegen. Erst als wir das Knurren in unseren Bäuchen nicht mehr aushalten, machen wir uns auf den Rückweg. Kaum da, schauen Martina und Gerald mit dem Dinghi bei uns vorbei. Sie kommen gerade rechtzeitig, denn der Dreikönigskuchen ist gerade fertig. Den König, ein getrocknetes Stückchen Banane, findet aber leider niemand. Die zweite Schnorcheltour machen wir nochmals bei den Schildkröten. Am Abend bringen Gerald und Martina noch den Memorystick mit den Fotos zurück und wir sitzen zusammen bis die Sonne untergeht.
7. Januar
Heute gehen wir die Insel der Cays erkunden. Auf der ersten entdecken wir einen weissen Leguan erhaben in einer Baumkrone sitzen. Auch der Strand lässt sich sehen. Wir kraxeln sogar den Hügel hinauf und geniessen die Aussicht. Mittlerweile haben sich zwei Touristenkatamarane vor die Insel gelegt. Das Wasser ist voller Schnorchlern mit neongelben Schwimmwesten. Wir packen schnellstens unser Dinghi und düsen davon. Der Strand der anderen Insel ist leer. Am Ufer entdecken wir eine violette Qualle, die von Krebsen zurückgehalten wird. Ob die Qualle eine portugiesische Galeere, ein selten giftiges Exemplar ist, sind wir uns nicht sicher. Aber das Bild im Buch sieht unserer erschreckend ähnlich. Natürlich trampeln wir auch diesen Weg zur Hügelspitze hoch, doch die Aussicht ist wenig spektakulär. Auf der anderen Seite, dort wo die Einheimischen grillierten Lobster anbieten, entdecken wir giftgrüne Leguane. Zurück beim Dinghi bemerkt Martin sofort, dass bei unserem Töff ein Ruder fehlt. Hat es jemand mitgenommen oder haben wir es verloren? Wir wissen es nicht, können uns beides eigentlich nicht vorstellen. Wir gehen die beiden besuchten Strände vorsichtig ab, doch unser Ruder bleibt verschollen. Das ärgert uns ziemlich. Gerald und Martina haben uns noch zu Kaffee und Kuchen eingeladen. Da gelingt es dann abzuschalten. Die beiden werden heute die Tobago Cays verlassen und machen sich bald auf den Weg nach Grenada. Unsere Wege werden sich nun trennen, wir werden aber sicher wieder voneinander hören.
Zurück beim Schiff, verhandelt Martin mit den Boatboys. Für 60 EC das ist ca. 24 Fr. wird uns zum Znacht ein frisch gekochter Lobster geliefert. Eigentlich wollten wir ihn selbst in die Pfanne werfen, aber weil der Preis derselbe war und unsere Pfanne eigentlich zu klein ist, liessen wir ihn uns gekocht liefern. Wir verfeinern ihn mit einer Knoblauchbuttersauce und als Beilage gibt es Salat und Pitabrot. Der Lobster ist sehr zart und mit der Sauce schmeckt es himmlisch.
8. Januar
Mich zieht es nochmals ans äussere Riff und Martin kann ich dann auch noch dazu motivieren. Da es aber ziemlich stark bläst und die Strömung sehr stark ist, macht es heute keinen Spass da draussen, vor allem wenn man einbeinig schnorchelt.
Auf dem Rückweg lassen wir uns von der Strömung treiben und entdecken sogar noch zwei Rochen.
Es bläst heute ziemlich stark. Leider hat unser Windrichtungs- und Windgeschwindigkeitsmesser von Tacktick einen Tick. Früher spukte das Ding jeweils in grösseren Häfen, wie las Palmas, Barcelona oder Gibraltar. Nun ist aber seit der Karibik alle Luft draussen. Die Funkübertragung funktioniert nur noch, wenn man den Empfänger zum Bug bringt. Wir haben bereits in Canuon uns mal im Internet schlau gemacht, sind aber leider nicht weit gekommen und haben es darum mal aufgeschoben. Es lässt sich zum Glück auch ohne Windgeschwindigkeitsanzeige segeln.
Am Nachmittag lotsen wir uns dann per Augapfelnavigation durch die Riffe durch, denn unser GPS-Plotter verliert immer mal wieder in den wichtigsten Situationen die Positionen. Mittlerweile bleiben wir aber auch da ziemlich cool.
Beim Ankersetzen vor Mayreau brauchen wir drei Anläufe, bis der Anker endlich hält. Sonst sind wir mit dem Bügelanker sehr zufrieden, denn er hat bis jetzt immer aufs erste Mal gegriffen. Reinhard, der alte Schwede, ist gerade auch am Ankersetzen. Später bei einem Bier auf unserm Schiff erfahren wir, dass es ihm mit dem Anker genau gleich gegangen sei. Reinhard fährt seit er 14 Jahre alt ist zur See. Seine Geschichten sind eindrücklich und sehr unterhaltsam. Als letztes war er Kapitän eines 345m langen Tankers.
9. Januar
Schon in der Nacht regnet und bläst es heftig. Die kurzen Regengüsse halten auch während des Morgens an. So schlafen wir aus, schreiben Tagebuch, lösen Sudokus, etc. Das Fährschiff lässt unser Puls höher schlagen. Rast dieses doch mit Vollgas einige Meter an uns vorbei. Man darf gar nicht daran denken, was passiert wäre, wenn wir geschwojt hätten. Klar liegen wir eher nah bei der Zufahrt zum Steg. Aber so nah hätte er nie und nimmer vorbeijagen müssen. So sind wir angespannt, bis die Fähre wieder weg ist. Dieses Mal passiert sie mit viel Abstand. Als ich die Wegfahrt filmen möchte, bemerke ich, dass die Videokamera nicht richtig funktioniert. Sie schaltet sich stets automatisch ab, einzig im Videomodus nicht, aber dann flimmert der Bildschirm, so dass man blind filmen muss. Während der Tobago Cays haben wir sie oft unterwasser gebraucht. Unsere einzige Hoffnung ist noch, dass sie durch vollständiges Durchtrocknen wieder zum Laufen kommt. Zurzeit haben wir wirklich nicht gerade Glück mit unseren Geräten. Die Videokamera ist zum Glück noch unter Garantie. Wir würden den ganzen Aufwand mit in die Schweiz schicken, etc. aber lieber auslassen.
Am Nachmittag hüpfen wir eine Insel weiter und landen in Palm Island. Die Insel ist im Privatbesitz und als Segler hat man nur Zugang zum Hotelrestaurant und der Strandbar. Wer die Hotelanlage anschauen möchte, tut dies in Begleitung eines Securitas. Diese Führung lassen wir uns nicht entgehen. Die Hotelanlage ist echt gediegen: Die Gäste hausen in kleinen Bungalows, Tennis- und Golfplatz, Swimmingpool und Spa fehlen auch nicht. Der weisse Strand, das hellblaue Wasser und die Palmen sind ein Motiv für jedes Ferienprospekt. Kleiner Haken: die Nacht kostet 900 US Dollar pro Person.
In der Strandbar leisten wir uns eine Erfrischung zu schweizer Preisen. Aber die Atmosphäre ist es allemal wert. Der Ankerplatz ist ziemlich unruhig, aber seit Martin eine Rollbremse mit Spibaum und Plastikeimer installiert hat, ist es gut auszuhalten. Je länger, desto mehr, denn während ich draussen im Cockpit den Bericht beende, brutzeln in der Küche die Pouletschenkeli.
10. Januar
Die Nacht wurde unruhiger als wir es erwartet haben. Martin ist während der Nacht eindeutig wachsamer als ich und hört viel mehr Geräusche. Diese zu orten ist oft schwieriger als man denkt. Mal ist es ein Fall das plötzlich zu hämmern beginnt, mal was in der Küche. Erst wenn das Gekläpper beseitigt ist, kann Martin wieder schlafen. Diese Nacht scheppern viele Dinge, was auf die Kosten seines Schlafes geht. Am Morgen hält uns nichts mehr lange am Ankerplatz und wir brechen ziemlich zeitig auf.
Mopion, eine Sandinsel wollen wir heute als erstes ansteuern. Weil die Insel nur einen Katzensprung entfernt ist, setzen wir nur das Vorsegel. Während der Fahrt entdecken wir einen fünfmastigen Rahsegler. Es handelt sich um die Royal Clipper, das grösste Segelschiff der Welt mit 5300 Quadratmeter Segelfläche. Fotografieren und navigieren ist ein ziemlicher Stress, weil wir zur Insel durch zwei Riffe hindurchsteuern müssen. Wie ihr wisst sind unsere Navigationsinstrumente nicht die zuverlässigsten, darum muss man immer wissen wo man sich genau befindet. Alles klappt prima und der Anker ist schnell gesetzt. Mit dem Dinghi fahren wir zur Insel und machen einige Schnappschüsse. Die Insel hat nur knappe 20 Meter Durchmesser und ausser einem Strohsonnenschirm, gibt es nichts ausser Korallenreste und Sand.
Nach dem Schnorcheln setzen wir uns noch eine Weile unter den Sonnenschirm und beobachten eine Gruppe junger Deutschen, die gerade ein Fotoshooting veranstalten. Zurück geht’s schnorchelnd bzw. Töff fahrend. Am Nachmittag verholen wir Ranja in die Ankerbucht von Petit Saint Vincent (PSV). Diese Aktion wäre eigentlich nicht der Rede wert, doch je näher wir dem Ankerplatz kommen, desto öfter steigt steigen nun auch Echolot- (=Tiefen-) und Geschwindigkeitsanzeige aus. Es bleibt uns nichts anderes übrig als nach der Augapfelnavigation zu navigieren: Sail in the dark blue water, anker in the light green water and stay away from the white or brown water.
Wir wollen eigentlich möglichst nah ans Land und bei wenig Wassertiefe ankern. Als die Wasserfarbe dann plötzlich von blau auf hellgrün wechselt werden wir etwas nervös. Die Tiefenanzeige schweigt immer noch, eine Vollbremse ist nicht möglich. So gleiten wir langsam ins Hellblau. Weiter vorne hat es neben den Katamaranen auch noch ein grösseres Segelschiff, dann müsste es sich für uns auch noch ausgehen. Dies tut es dann auch. Martin macht einen Reset beim Gerät und so entlockt er ihm für eine Sekunde die Tiefe. 2m verbleiben unter dem Kiel, das ist gerade perfekt. Wir werfen den Anker und dieser sitzt auf Anhieb. Was für ein unnötiger Nervenkitzel. Eines ist nun klar, sobald wir einen Internetanschluss haben, müssen wir uns um die kränkelnden Tacktickgeräte kümmern. Vielleicht gehen sie gerade noch unter die Garantie, das ist unsere Hoffnung.
Um etwas abzuschalten machen wir uns noch mit dem Töff an Land. Kaum verlassen wir den Dinghisteg, entdecken wir die Verbotsschilder. Nur Hotelgästen ist der Zutritt der Insel gestattet. Segler dürfen ins Restaurant und können sich bei Interesse ein Hotelzimmerhäuschen ansehen. In unserem Führer stand, dass man am Strand entlang spazieren darf und dies tun wir dann auch. Entlang des Strandes sind immer wieder unter Palmen und Büschen, 2 Liegestühle eine Doppelhängematte und ein Tischchen mit Stühlen aufgestellt. Die Gäste werden mit Golfwägelchen zu diesen Plätzchen chauffiert. Auf dem ganzen Weg ist nur eine Nische besetzt. Den Rückweg gehen wir dann dem Strässchen unter den Palmen und Bäumen entlang. Wir finden unzählige Kokosnüsse. Die fünf schönsten nehmen wir mit. Die Anlage ist wie ausgestorben. Als wir beim Dusch- und WC-häuschen vorbeikommen staunen wir nicht schlecht. Auf die Gäste warten frische Handtücher und Seife. Nach kurzem Zögern, schlagen wir dann doch zu. Herrlich wieder mal eine ergiebige Süsswasserdusche zu geniessen. Als ich an der Reihe bin, fährt prompt ein Golfwägelchen daher. Bevor der Angestellte das WC kontrolliert, begrüsst ihn Martin lässig, worauf dieser freundlich zurückgrüsst. Dennoch kann ich es nicht mehr so richtig unter der Dusche geniessen und so sind wir bald wieder weg. Den weiteren Rückweg gehen wir nachher wieder dem Strand nach, ein Treffen mit Angestellten ist uns genug. Wohl duftend verlassen wir die Insel und sind auf Ranja wieder in Sicherheit.
Kaum an Bord schwimmt der Skipper vom Schweizer Nachbarsschiff daher. Andreas lädt uns für Morgen auf einen Sundowner ein.
11. Januar
Petite Martinique (PM) gehört eigentlich schon zu Grenada. Da die nächste Einklarierungsstelle weiter südlich liegt, lässt es Grenada zu, dass sich Segler ohne vorher einzuklarieren Petit Martinque besuchen. Wir nützen diese Chance, unsere Füsse auf Grenadas Boden zu setzen. Mit dem Dinghi überqueren wir die Bucht. In PM leben ca.1000 Leute. Als wir durch das Dörfchen schlendern, wechseln die Schüler gerade ihr Klassenzimmer. Obwohl es schon am Morgen echt heiss ist, tragen alle ihre Schuluniformen. Wir wandern in beide Richtungen entlang der Strasse und staunen über die alten Holzhäuser. Manch eines erinnert an das alte Haus von Rocky-Docky. Überall in den Gärten finden wir Holzboote, welche die Leute reparieren, neu aufbauen oder nur neu mit greller Farbe bepinseln. Jeder Dorfteil hat seinen eigenen kleinen Friedhof. Die Ziegen, die sich überall herumtreiben, übernehmen den Dienst des Friedhofgärtners. Bevor wir wieder ins Dinghi steigen, essen wir noch Zmittag in einer Gartenwirtschaft am Meer. Die köstlichen Hamburger sind so preiswert, dass sich das selbst kochen nicht gelohnt hätte.
Am Abend sind wir dann auf der Polaris eingeladen. Wir unterhalten uns mit Susanna und Andreas bis spät in die Nacht. Die beiden sind auf der gleichen Route wie wir, und müssen auch im August wieder zurück in die Schweiz.
12. Januar
In der Nacht sind ein paar heftige Squalls vorbeigezogen. Zuerst bläst es ziemlich stark und danach setzt heftiger Regen ein. Am Morgen scheint sich nach einem weitern Squall die Situation zu beruhigen. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Es ist Zeit nach Union Island zu gehen und uns um die Instrumente zu kümmern. Heute Navigieren wir mit dem Laptop, das angehängte GPS hat weniger Ausfälle als der Kartenplotter. Als wir aus dem Windschatten der Insel sind, bläst es kräftig. Damit haben wir nicht gerechnet. Nur mit der Fock krängt sich Ranja sehr stark. Auf halbem Weg, als die Wellen ziemlich hoch sind, kentert unser Dinghi und wird Kieloben nachgeschleift. Der Aussenborder ist unterwasser. Es bremst sosehr, dass wir Angst haben, dass die Leine reisst und wir unseren Töff verlieren. In den Wind schiessen, Fock bergen, Dinghi kehren. Es ist ein harter Kampf. Hoffentlich hat der Aussenborder im Salzwasser dabei keinen Schaden genommen. Mit dem Motor fahren wir die letzen zwei Meilen bis nach Clifton, Union Island. Es bläst und regnet, als wir den Anker setzen. Zum Glück ist auf den Anker Verlass. Der Bügelanker hält im Sand bombenfest, was man vom CQR nicht sagen kann. Wir beobachten einen Deutschen, der mehrere Anläufe braucht. Nach Nudeln und Pesto macht sich Martin daran den Dinghimotor zu retten, während ich Berichte schreibe. Das Cockpit gleicht einer Werkstatt. Der Motor wird zerlegt, gewaschen und mit WD40 behandelt, damit er nicht rostet. Nach zwei Stunden Arbeit springt der Dinghimotor schon auf den dritten Versuch an und auch die Probefahrt besteht er ohne zu zicken. Was für eine Freude, ein Problem weniger! Jetzt können wir auch mit dem Motor wieder an Land. Den Besuch auf dem Internet verschieben wir aber wohl auf morgen. Schliesslich haben wir uns in den Caribbean Way of life, schon lange eingelebt. J